Viele IT-Verantwortliche beschäftigen sich bei der Recherche nach der richtigen SIP-Telefonlösung mit dem Thema Asterisk. Asterisk-Server selbst aufsetzen, VoIP-Telefonanlage einkaufen oder stationäre Telefonanlage in den Server-Raum stellen – da haben die Entscheider letztendlich die Qual der Wahl. Wir haben einmal einen Vergleich und eine Gegenüberstellung vorgenommen.
Die wichtigsten Themen auf einen Blick
Was ist eigentlich ein Asterisk-Server?
Asterisk ist eine frei verfügbare, kostenfreie Software für das Betriebssystem Linux. Dabei unterstützt Asterisk sowohl IP- als auch ISDN-Telefonie. Aus der Software eines einzigen Entwicklers ist mittlerweile ein Netzwerk von vielen Erweiterungen und Apps geworden, die größtenteils kostenlos zur Verfügung stehen.
Die Open Source Software bietet weitreichende Möglichkeiten beim Thema Telefonie. Sie reichen von der Einrichtung von Nebenstellen bis hin zu komplexeren Routinglösungen. Asterisk kann dabei bei einem Hoster, beispielsweise Hetzner gehostet sein oder als sogenannte On-Premises-Lösung genutzt werden, das heißt im eigenen Rechenzentrum auf einem Server vor Ort laufen.
In jedem Fall ist aber eine Anbindung über einen IP-Telefonie-Anbieter (z.B. via SIP-Trunk) an das Telefonnetz nötig, um mit der Außenwelt kommunizieren zu können. Für eingehende Telefonie ins Unternehmen benötigen Sie zudem einen Telefonanbieter, bei dem sie Rufnummern oder Rufnummernblöcke aufschalten und sie im Telefonnetz für andere Teilnehmer erreichbar machen können.
Beim Thema Endgeräte haben sie die Wahl. Letztendlich können beliebige stationäre IP-Telefone (z.B. von den Herstellern Snom, Grandstream oder Yealink) oder Softphones (z.B. Bria) mit Asterisk verwendet werden, die mit dem sogenannten SIP-Standard oder dem Asterisk-eigenen Standard InterAsterisk eXchange (IAX) oder SS7 arbeiten.
Was sind die Vorteile einer Asterisk-Lösung?
Die Vorteile einer Asterisk-Lösung als VoIP-PBX (VoIP-Telefonanlage) liegen klar auf der Hand: Die Asterisk-Software ist im Gegensatz zu herkömmlichen SIP-Telefonanlagen kostenfrei zu haben, obwohl sie ebenso weitreichende Möglichkeiten bietet. Das Baukastensystem ist die ideale Basis für individuell skalierbare Lösungen und in Asterisk-Communities gibt es umfangreiche Dokumentationen und Anleitungen zum Aufsetzen einer komplett individuellen Telefonanlage. Klingt zu schön um wahr zu sein? Ein Stück weit stimmt das leider.
Was sind die Nachteile von Asterisk?
Leider kommen die schier unendlichen Möglichkeiten von Asterisk mit ein paar Einschränkungen daher, die bedacht werden sollten: Das Aufsetzen eines solchen Asterisk-Servers ist recht komplex und es gibt keinen Support, der bei der Lösung von Problemen unterstützt. Ohne intensive Einarbeitung in die Thematik Telefonie und VoIP Kommunikation sind Installation und Wartung kaum möglich. Da aber gerade im Bereich der Business-Telefonie die Zuverlässigkeit der Telefonie unbedingt sichergestellt werden sollte, ist hier Expertise in der Anwendung von Asterisk auf jeden Fall notwendig.
Auch für die Verbindung von Asterisk mit entsprechenden Datenbanken, Firewalls und – nicht zuletzt – die notwendige Anbindung an das Telefonnetz, sind viel Wissen und Fortbildung vonnöten. Gerade beim letztgenannten Punkt, der Anbindung ans Telefonnetz, ist dieser recht unabhängige Free-PBX in jedem Fall auf einen Telefonanbieter angewiesen, der die Konnektivität ins öffentliche Telefonnetz (PSTN) herstellt. Dies gilt sowohl für ausgehende Gespräche, die beispielsweise über einen SIP-Trunk angebunden werden können, als auch die Entgegennahme von eingehenden Telefonaten, bei denen ebenfalls eine Verbindung zum Telefonanbieter bestehen muss und zudem Rufnummern geschaltet werden müssen.
Vergleich Asterisk und VoIP-Telefonanlage
Bei der Entscheidung für eine Cloud-Telefonanlage steht Kunden eine fertige Lösung mit meist recht intuitiv bedienbarer Oberfläche zur Verfügung. Ein Start ist schnell möglich, denn zumeist bieten Anbieter auch gleich Ortsnetzrufnummern mit an. In punkto Skalierbarkeit nehmen sich Asterisk-Server und cloudbasierte Telefonanlage nicht unbedingt etwas. Die kritische Stelle ist in beiden Fällen die Internet-Bandbreite. Ist sie zu gering, kann die VoIP-Gesprächsqualität negativ beeinträchtigt werden.
Beim Thema „standortübergreifender Betrieb“ gibt es sicher auch Konstrukte bei denen Asterisk-Server erfolgreich zum Einsatz kommen, doch hier spielt die Cloud Telefonanlage ihre wahren Stärken aus:
- Zentrale Administrationsmöglichkeit,
- sofortiger Einsatz der Lösung,
- redundanter Betrieb in unterschiedlichen Rechenzentren,
- geprüfte Gesprächsqualität und
- Datenschutz
sind hier bei namenhaften Anbietern Merkmale, die von Hause aus mitgeliefert werden.
Auch die comdesk Cloud Telefonanlage bringt diese Funktionen von Hause aus mit. Machen Sie sich das zunutze und testen Sie unsere Cloud Telefonanlage in einer kostenlosen, 14-tägigen und unverbindlichen Demo.
| Asterisk | VoIP-Telefonanlage | |
|---|---|---|
| Skalierbarkeit | Kanäle und Ressourcen flexibel skalierbar. Limitierende Faktor zumeist Bandbreite am Standort. | flexibel skalierbar |
| Sicherheit & Datenschutz | Verschlüsslung (TLS, SRTP) und VPN-Tunnel mit Zusatzaufwand möglich. Wichtig: Serverstandort und Umgang mit personenbezogenen Daten im Hinblick auf Datenschutz (Archivierung, Löschung, Gesprächsmitschnitte etc.) | Verschlüsselung von Gesprächen (TLS, SRTP) bei ausgewählten Anbietern möglich, gleiches gilt für VPN-Verbindung zwischen Telefon und Server. DSGVO-konformes Handling der personenbezogenen Telefoniedaten. |
| Unabhängigkeit | Abhängigkeit von Entwicklern und Updates der Software sowie Apps und Erweiterungen. Abhängigkeit von Hoster, Telefonieanbieter (SIP-Trunk, MSN) sowie Verfügbarkeit Internet. | Abhängigkeit vom Telefonie-anbieter und seinen Vordienstleistern. Ggf. an SLA-Vereinbarungen, Eskalationsstufen und Notfallroutings denken. |
| Konnektoren | Konnektoren zu relevanten Businesslösungen (Salesforce, Sugar CRM, Zoho) sind nach unserem Kenntnisstand als fertige kostenpflichtige Konnektoren vorhanden. Alternativ: Eigenentwicklung. | Cloud-Telefonieanbieter setzen stark auf fertige Anbindungen zwischen Ihren Lösungen und CRM- und Ticketingtools. (z.B. Sipgate > Zoho, comdesk > Salesforce, Zendesk) |
| Schnelligkeit (Einrichtung) | Ohne Vorkenntnis viel Einarbeitung nötig, daher ggf. recht langer Einrichtungsprozess. | Bei vielen Anbietern innerhalb eines Tages oder schneller verfügbar. |
| Individuelle Lösungen | komplett individualisierbar | Komplett individualisierbar. Zurückgreifen auf Erfahrungsschatz des Anbieters. |
| Sprachqualität | Kriterien für beste Sprachqualität: Firewall-Einstellungen, Bandbreite, Quality of Service, Anbindung zum Telefonieanbieter (z.B. SIP Trunk), Zuführung der Rufnummern, Stabilität Server. Genaues Verständnis von Sprachprotokollen zur Fehlersuche nötig. | Meist stehen Informationen vom Telefonieanbieter zur Verfügung. Kriterien: Firewall (IP- und Portfreigaben), Quality of Service, Bandbreite. |
| Kosten | Software an sich kostenfrei. Erweiterungen und Apps ggf. kostenpflichtig. | Meist monatliche Grundgebühren je genutzter Nebenstelle. |
| Schnittstellen | Entwicklung eigener Anbindungen über Schnittstellen möglich. | Einige Anbieter haben weitreichende Schnittstellen für Statistikdaten (CDR), Automatisierungen, Pushen von Anrufdaten in Drittsysteme, etc. |
| Standortunabhängigkeit | Kann auch über mehrere Standorte hinweg eingesetzt werden Der Einsatz von Softphones ermöglicht Telefonie außerden unterwegs und im HomeOffice. | Kann auch über mehrere Standorte hinweg eingesetzt werden Der Einsatz von Softphones ermöglicht Telefonie außerden unterwegs und im HomeOffice. |
| Anbieter | Entwickler von Digium. Verschiedenste Dienstleister, die die Einrichtung und das Aufsetzen von On-Premise-Asterisk-Servern übernehmen. | Placetel, Sipgate, Fonial, NFON, comdesk, uvm. |
Kundenservice, Servicehotlines & Sales-Abteilungen
Wer neben der klassischen Office-Telefonie noch eine Kundenservice-Hotline betreibt oder ein Sales-Teams mit einer Telefonie-Lösung ausstattet, der sollte unbedingt noch ein paar wichtige Themen vor der Entscheidung zwischen Asterisk oder einer fertigen VoIP-Lösung bedenken. Guter Kundenservice lebt von zufriedenen Kunden. Um das zu erreichen, ist viel Planung notwendig. Planen lässt sich am besten mit aussagekräftigen Statistiken, SLAs, Erreichbarkeitsauswertungen, Outbound- und Inbound-Skillgruppenstatistiken oder Rohdaten (sog. CDR-Daten, die hierfür oft zu Rate gezogen werden). In Rohform bietet der Asterisk hier recht magere Auswertungsmöglichkeiten. Diese müssen also neben dem eigentlichen Betrieb ebenfalls erstellt werden.
Salesabteilungen, die Outbound-Telefonie betreiben, haben zumeist auch individuelle Anforderungen. Dialer, Click2Call und die Anbindung an bestehende Businesslösungen wie Salesforce sind hier nur einige Themen. Auch dies ließe sich über einen Asterisk-Server ansteuern, doch erfahrungsgemäß sind die entsprechenden Anbindungen recht aufwändig.
Zusammenfassung
Eine VoIP-Telefonanlage ist nicht kostenfrei zu haben und oft sind individuelle Erweiterungen mit zusätzlichen Kosten verbunden. Der Asterisk als Open-Source Alternative punktet augenscheinlich durch geringe Betriebs- und Anschaffungskosten. Technisch funktioniert ein Asterisk aller Voraussicht nach genauso wie eine eingekaufte VoIP-Anlage. Die große Frage ist, ob sich der Aufwand für das jeweiligen Unternehmen lohnt, die Entwicklung und den Betrieb Inhouse durchzuführen. Hierbei sollte genau überlegt werden, in welchen Bereichen entwickelt werden muss und wie die Anforderungen im Unternehmen konkret aussehen. Die Entscheidung „Make or Buy“ sollte deshalb gut durchdacht sein, denn nach unserer Erfahrung ist das Projekt „Telefonie“ im Unternehmen stets ein dynamischer, sich weiterentwickelnder Prozess und die Einbindung in bestehenden Businesslösungen das Thema schlechthin.
Wenn Sie sich aktuell genau in einem solchen Entscheidungsprozess befinden, sind wir gerne bereit, Sie dabei zu unterstützen. Um zu schauen, inwiefern unsere Lösung für Sie passend ist, können Sie gerne einen kostenfreien Test mit unserer unverbindlichen Demo durchführen.
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